„Ins Leere gelaufen“ von Byung Jin Park

Ein Panda um Baum, der die Zunge rausstreckt.

Einer der Menschen, die mir den Mut gaben in eine Tagesklinik zu gehen, war Byung Jin Park. Er twittert unter dem Benutzernamen @herrpandabaer und nahm jeden Interessierten damals mit durch seine Depression und Kur. In seinem Buch „Ins Leere gelaufen“ geht es um genau diese beide Themen.

Obwohl ich sein Buch quasi direkt zur Erscheinung gelesen habe, kommt meine Review erst jetzt, denn ich steckte mitten in meiner eigenen Depression und war überwältigt und gerührt von seinem Buch. Bei Twitter schätze ich seine offene und freundliche Art, sowie seine ansteckende Motivation.

Das Cover von Ins Leere gelaufen von Byung Jin Park.
(Bildquelle: m-vg.de)

Über Byung Jin Park

Byung Jin Park, Jahrgang 1985, ist Rechtsanwalt und Syndikus. 1995 siedelte er mit seiner Familie aus Südkorea nach Deutschland über. Er twittert als @herrpandabaer und bloggt bei nestchenliebe.de unter anderem zum Thema Depression und offen über seine persönlichen Erfahrungen. Byung Jin Park ist getrennt-erziehender Vater einer Tochter und lebt in der Nähe von Hanau am Main. (Quelle: m-vg.de)

Seine Vita auf byungjinpark.de ist noch etwas ausführlicher und persönlicher geschrieben, von dort kommt ihr auch zu seinen weiteren Internetpräsenzen.

Inhalt von „Ins Leere gelaufen“

Das Buch beginnt mit einem starkem, kurzen Abschnitt „Im Saal unter Fremden“* in welchem der Saal analysiert und im letzten Satz Byung Jin Park von sich selbst berichtet. Er „heule Rotz und Wasser vor all diesen fremden Menschen“ und bringt damit für mich sehr gut in die Grundstimmung, die für mich beim Lesen dieses Buches immer wieder bezeichnend ist. Ich staune, ob dieser schonungslosen Offenheit. Keine Beschönigungen wie „ich weinte ein paar Tränen“ oder „meine Stimmung war ein bisschen schlecht“.

Im Weiteren nimmt er uns mit, durch die verschiedenen Erlebnisse innerhalb dieses Kuraufenthalts und seinem Weg in die Depression. Eine Biografie über ein bewegtes Leben. Eine entwaffnende und demilitarisierende Therapiesitzung. Seine besondere Beziehung zur Musik wird deutlich, aber auch seine Beziehung zu seinem eigenen Körper und dem Bild, was er von sich selbst hat.

Höhepunkte für mich sind die Momente, in denen er mit den Menschen agiert, die um ihn herum sind. Seine Nina, seine Eltern, seine Tochter und natürlich seine Freunde. Obwohl man besonders am Anfang das Gefühl hat – was bei Depressionen ganz normal ist – dass er ein sehr schlechtes Selbstbild hat, scheint es überall Menschen zu geben, die ihn lieb haben.

„Ins Leere gelaufen“ ist keine Anleitung oder Sachbuch zum Thema Depressionen, es ist eine einzigartige Geschichte über einen Menschen mit Depressionen, der sich ins Leben zurückgekämpft hat.

Der Stil selbst ist detailliert und persönlich formuliert. Man kann sich gut vorstellen, dass viele Teile des Buches auch genauso in Gesprächen hätten erzählt werden können, anstatt als Kapitel eines Buches.

Das schafft eine beeindruckende Nähe zum Leser.

*nachlesbar in der Leseprobe.

Meine Meinung

Man mag es gemerkt haben und ich schäme mich dafür nicht. Ich bin ein Fangirl.

Das Buch ist großartig und meiner Meinung nach genau richtig in Länge, Intensität und Thematik.

Der Mann, der dahinter steht, ist für mich ein Held und eine Inspiration in der eigenen Depressionsthematik gewesen und wird es wohl auch bleiben. Meine Depression habe ich bereits vorher versucht anzugehen, doch erst durch den Mut in eine Tagesklinik zu gehen, konnte ich tatsächlich wieder auf meinen eigenen Füßen herumstolpern. Ohne den „Liveticker“ aus der Kur von @herrpandabaer wäre ich wohl nicht bereitwillig in eine Tagesklinik gegangen.

In dem Buch habe ich verschiedene Therapieansätze kennengelernt und miterlebt, wie ein Mensch sich mit seiner Depression beschäftigt, ohne durch allzu viel Fachsimpelei von den Emotionen des Textes abgeschnitten zu sein.

Von mir bekommt ihr eine klare Kaufempfehlung für das Buch „Ins Leere gelaufen“ von Byung Jin Park. Das Buch ist sowohl für Betroffene, als auch Interessierte lesenswert und bietet einen Mehrwert im eigenen Bücherregal.

Hier gehts zur Verlagsseite und zur Leseprobe!


Du willst mehr von mir hören, als nur über den Blog?
Hol dir den Newsletter ins E-Mail-Postfach oder folge mir auf Twitter!

Kommentar verfassen