#05 – Fassungslosigkeit

Eine weiße Taube im Flug.

Eigentlich wollte ich diese Woche ein Journal über das Warten auf eine Zusage schreiben, doch leider hat sich an dieser Front erstmal nur etwas negatives Ergeben und ich denke, dass ich nächste Woche eine finale Entscheidung in diesem Aspekt haben werde. Allerdings wird dieses Warten überschattet von der absoluten Fassungslosigkeit über den Angriff von Russland auf die Ukraine.

Obwohl ich mich recht ausgiebig mit Politik beschäftige, glaube ich nicht, dass ich in irgendeiner Form qualifiziert bin über das aktuelle Geschehen zu urteilen. Trotzdem möchte ich meine Fassungslosigkeit, meine Angst und auch mein Mitgefühl für die Ukraine zum Ausdruck bringen.

Ich wuchs absolut privilegiert in einem Land auf, indem jeder Krieg so unendlich weit weg war. Ich wuchs in einer Zeit auf, in welcher der Letzte vor der eigenen Haustür weit weg war und der Kalte Krieg vorbei. 1993. Ich verstand nicht einmal was die DDR war bis zur Mittelstufe. Ein getrenntes Deutschland war unwirklich.

Der Krieg ist immer noch nicht in unseren Land, aber er ist jetzt sehr viel näher. Die Drohungen, welche Putin voller Kalkül ausspricht, bringen ihn bis vor unsere Tür. Die moderne Waffentechnik macht es möglich, dass Raketen über Kontinente hinweg ihr Ziel finden.

Ganz egoistisch macht sich in mir also auch die Angst breit, dass ich mit den Schrecken auch in der Realität konfrontiert werde und Dinge erleben werde, die kein Mensch je erleben sollte.

„Krieg. Krieg ist immer gleich.“

Fallout 4

Eines meiner Lieblingszitate aus Fallout war das Anfangszitat. Ich gehöre zu den Menschen, die bei Berichten und Erzählungen von Augenzeugen anfangen zu Weinen. Ich gerate aus der Fassung. Und ich habe Angst.

Im Geschichtsunterricht haben wir mehrere Jahre am Stück nichts anderes durchgenommen als den zweiten Weltkrieg, Infos über den Ersten musste ich mir in der Freizeit besorgen. Wir haben solange über den zweiten Weltkrieg, das dritte Reich und Hitler gesprochen, dass mir das Thema eine ganze Zeit lang zu wider war und doch, es blieb genug hängen um Krieg zu hassen und zu fürchten.

Und nun könnte – wenn sich auch nur einer der Beteiligten falsch entscheidet – ein Dritter vor der Tür stehen. Und inzwischen haben wir die Mittel und alle in die Steinzeit zurückzubomben. Und seien wir mal ehrlich. Es gibt genug Despoten und Diktatoren da draußen, die nur darauf warten ihre „kleinen“ Spielzeuge endlich mal einsetzen zu können.

Ich hoffe, dass dieser Krieg nicht zu einer nuklearen Katastrophe wird. Ich hoffe, dass die Ukraine weiterhin ein demokratisches, souveränes Land bleibt und das Putin verliert. Ich hoffe auf möglichst wenig Leid, welches der Bevölkerung des angegriffenen Landes zugemutet wird und ich wünsche jedem der Helfen kann, nur das Beste und viel Glück.

Währenddessen tue ich das einzige was ich kann, ich verfolge die Nachrichten und halte die Augen offen, wie ich unterstützen kann. Aber wie alle anderen normalen Zivilisten in Europa, kann ich momentan nix machen. Ich warte ungeduldig auf gute Nachrichten, doch es scheint momentan mit jeder Stunde nur schlimmer zu werden.

Und daher wird dieser Post wahrscheinlich auch der erste und letzte zum Thema Putins Krieg gegen die Ukraine auf meinem Blog sein. Ich war mir durchaus bewusst, dass es Kriege auf der Welt gibt, doch ich war zu naiv. Mit dem festen Glauben, dass niemals eine der Großmächte einen tatsächlichen weiteren Weltkrieg provozieren würde.

Meine Gedanken sind bei den Opfern und den Familien. Ich bete dafür, dass alles ein gutes Ende nimmt. Und ich dachte, dass es wichtig wäre zumindest ein paar Worte darüber zu verlieren, auch wenn sie im Grunde nichts bewirken oder verändern.

Ein Grafitti mit dem Text "Please no more War" und "Love" welcher von zwei kleinen Mädchen an einer Wand gezeichnet wird. Die Mädchen sind ebenfalls gemalt. Ein Bitte um das Ende von Kriegen. Mit kleinen Mohnblumen am Boden.
Bild von Annette Jones auf Pixabay

Danke für eure Aufmerksamkeit!

Ab nächster Woche wird der Blog dann wieder normal weitergeführt.

Pünktlich zum Mittwoch.


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