Hexe, Magie und Ich.

Ein flacher Steinkreis auf einer Ebene auf einem Hügel.

In meinem Beitrag „Hallo, Welt“ schrieb ich, dass die Religion Wicca kein Teil mehr dieses Blogs sein sollte. Ich wollte mich auf andere Themen fokussieren. Und tatsächlich wird es so sein, dass die Religion Wicca hier nicht mehr führend ist. Mein Weg als Hexe und meine Arbeit mit Magie hat sich anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Und am Ende landete ich bei einigen Erkenntnissen:

  • Ich bin eine Hexe.
  • Ich arbeite mit Magie.
  • Ich bin keine Wicca mehr.

Aus diesen Grund werde ich den Blog Wiccan Haven nur noch solange weiterlaufen lassen, bis ich alle Themen nach meiner Zufriedenheit aufgearbeitet habe. Stattdessen hole ich die Hexerei und Magie wieder zurück zu Kaffeehamster. Wenn mich aktuell jemand fragt, welche Religion ich habe, sage ich der Einfachheit meisten Pagan oder direkt Hexe.

Die Suche nach der Definition

Mit der eigenen Religion war es für mich immer schon ein auf und ab in der Intensität, wie ich sie auslebte – doch daran, dass ich eine Wicca bin zweifelte ich seit über 15 Jahren nicht. Und irgendwann saß ich da und wusste, dass ich mich verändert hatte. Ich zweifelte eine ganze Weile bis ich schließlich die Bezeichnung Wicca für mich ablegte.

Und dann stand ich da und wusste zum ersten Mal nicht wie ich mich nennen sollte. Für viele mag die Definition nicht besonders wichtig sein, doch für mich bedeutet sie viel. Ich stürzte in eine Glaubenskrise.

Um mich daraus zu befreien, sammelte ich innerlich meine aktuellen Glaubenssätze und überlegte, wieso ich bestimmte verloren hatten und wogegen ich sie ersetzte. Der wohl wichtigste Schritt in meiner Weiterentwicklung war, dass ich mich fast vollständig den keltischen Göttern zugewandt hatte und mich viel mit den keltischem Neopaganismus beschäftigte.

Unbewusst hatte ich zwei neue Hauptgottheiten und ein neues Pantheon für mich gewählt.
Welche zwei es sind? Das behalte ich für mich 😉

Zuvor hatte ich mich jedoch tatsächlich hingesetzt und mal aufgeschrieben, was ich für verschiedene Bezeichnungen kannte, die eventuell irgendwie zutreffen konnten:

  • Wiccatum
  • Druidentum
  • Schamanismus
  • Voodoo (schrieb ich mehr zum Spaß auf, ich bin Lichtjahre entfernt von Voodoo, glaub ich)
  • Paganismus

Und irgendwie konnte ich mich nicht richtig einordnen. Also entschloss ich mich meinen Weg einfach so zu nehmen, wie er gerade kommt. Neopaganismus ist ein schöner Überbegriff. Es lässt einen viele Wege offen und reißt keine Brücken hinter einem ein. Und eine Hexe bleibe ich, egal welcher Religion ich mich zugehörig fühle.

Mit dieser Definition konnte ich meinen aus der Bahn geratenen Geist beruhigen.

Das Bild zeigt ein paar Kräuter, eine Zeichnung mit Sternen und Mond. Es wird Der Fokus liegt auf den vorderen Kräutern, sodass der Rest mystisch verschwimmt. Wahrscheinlich ein Hexenaltar für die Arbeit mit Magie.

Die Hexe und ihre Magie

Wie ich gerne betone hat eine Hexe zu sein nicht unbedingt was mit Religion oder Magie zu tun. Es gibt einige, die arbeiten nicht magisch und es gibt andere, die sind nicht religiös. Für mich sind diese drei Themen eng verwoben.

Ich begann wieder mehr magisch zu Arbeiten. Kleine Gebete, ein Kerzenzauber hier und da. Ein Ritual um den Kopf frei zu kriegen und ein Mantra für mehr Selbstliebe. Obwohl die Depression wieder stärker wurde, konnte ich darin Ruhe finden und mich selbst sammeln.

Und deswegen werden auch Magie und Hexenhandwerk wieder ein Teil dieses Blogs.

Ebenso wie die Achtsamkeit hält mich meine Religion auf dem richtigen Weg, wenn ich ihr nur den Raum dafür gebe. Ich feiere meine Feiertage – die Jahreskreisfeste – und arbeite mit den Elementen und der Magie.

Ja, dabei berufe ich mich auf wissenschaftlich nicht unbedingt nachweisbare Dinge, doch deswegen stelle ich mich sicherlich nicht in eine Schwurbelecke. Ich tue nur Dinge, die niemanden schaden oder gefährden und verlasse mich ansonsten in meinen Leben auf evidenzbasierte Wissenschaft und Fakten. Und ich ziehe niemanden mit irgendwelchen Zuckerkügelchen Geld aus der Tasche.

In dem Zuge also nochmal die Aufforderung an jeden Leser:
Seid Solidarisch. Seid Vernünftig. Respektiert euch und eure Mitmenschen. Lasst euch impfen 🙂

Nun aber zurück zur Magie.

Ich glaube, dass Menschen in der Lage sind ihr Verhalten – und damit das Verhalten anderer – unbewusst beeinflussen, wenn man beginnt seine Grundeinstellung dahingehend zu ändern. Wenn ich also für Schutz und Geborgenheit bete, dann habe ich diesen Gedanken in mir verankert und fühle mich im Idealfall sicherer, was wiederum mein Verhalten im Alltag hoffentlich positiv beeinflusst.

Allerdings glaube ich auch an das Schicksal und an die Möglichkeit mit Magie mein Leben auf anderen Ebenen zu beinflussen. Beispielsweise durch einen Schutzzauber für mein Auto oder Gesundungszauber wenn ich krank bin. Ersetzt letzterer den Arztbesuch? Natürlich nicht! Aber schaden tut er auch nicht.

Und eine lustige Anekdote: Ich erneuere meinen Autoschutzzauber („Fass mich nicht an“-Magie) im Normalfall jedes Quartal. Einmal habe ich vergessen ihn zu erneuern und einen Monat später wurde mir die Scheibe eingeschlagen und der Innenraum komplett verwüstet.

Es kann sich dabei nur um eine nette Korrelation handeln und keine Kausalität. Aber ich glaube gerne daran, dass es was mit meiner gewissenhaften magischen Arbeit liegt.

Und aus diesem Grund werde ich wohl auch hin und wieder einige meiner magischen Arbeiten für euch veröffentlichen.

Ein Steinkreis auf einer grünen Talwiese bei Sonnenuntergang. Abgetretene Pfade deuten auf regelmässige Begehung hin, eventuell zur Ausübung von Magie?

Warum bete ich?

Der religiöse Anteil meines Hexensein beschäftigt sich hauptsächlich mit Gebeten, Anrufungen und Ehrung meiner Götter. Aber eben auch mit dem Glauben an Jenseits, Wiedergeburt und der Seele.

Ich habe einen Text geschrieben, den ich versuche jeden Abend vor dem Zubettgehen durchzugehen. Es handelt sich hierbei um 7 Sätze, die um Schutz und Führung von meinen Göttern bitten und klassich mit einem Segen und dem Abschlusssatz „So soll es sein!“ („So mote it be!“) enden.

Es ist ein kleines Gebet, welches mich zuverlässig in einen ruhigeren Zustand versetzt und mir selbst verdeutlicht, dass ich nicht alleine bin. Ich glaube, dies ist auch die Hauptaufgabe, die Religion im Leben der meisten Menschen einnimmt. Sie bietet Trost, hält einen dazu an das bestmögliche Selbst zu sein und fordert einen ständig heraus ein guter Mensch zu bleiben.

Natürlich ist es in heutigen Zeiten, in denen Skandale um religiöse Gruppen an der Tagesordnung sind, nicht immer einfach diesen Aspekt von Religionen zu erkennen und ich kann vollauf verstehen, wenn es Menschen gibt, die alle Religionen in einen Topf werfen. Ich selbst neige leider dazu Katholiken mit ihren Glauben an den Papst, der Stellung der Frau und dem Zölibat als rückständisch und oftmals Menschenverachtend in ihrem Glauben zu deklarieren.

Meine Meinung wurde durch die Aussagen zu „Ehe für alle“, dem Festhalten an den §219a und den Kindesmissbräuchen – und deren anhaltenden Vertuschungen – gestärkt. Außerdem hatte ich schon den ein oder anderen Katholiken, der mir die Hölle angedroht hat, aber noch nicht einen Protestanten, der mich wegen meinem Hexentum verurteilte.

Aber meistens versuche ich aus Zwischenmenschlichen Beziehungen das Thema Religion komplett heraus zu halten. Wobei ich hin und wieder meine Freunde frage, ob ich einen Zauber für sie sprechen darf. Wenn es zum Beispiel um ein Schutzamulett oder eine Gesundungszauber geht. Denn Magie für jemanden zu wirken, der es nicht möchte, ist übergriffig.

Ich bete also hauptsächlich, weil ich denke, dass mein Glaube mich positiv in meinen Leben voran bringt und aus mir einen besseren Menschen macht. Außerdem zwingt er mich, mein Handeln regelmäßig zu reflektieren. In der Hoffnung, dass die daraus resultierenden Erkenntnisse mir helfen das bestmögliche Ich zu sein.

Und diesen Aspekt versuche ich auf den Blog zu verdeutlichen. Denn er hat auch viel mit Achtsamkeit zu tun und den Kampf gegen Adipositas und Depression.

Ein Bild der berühmten Rakotzbrücke an einem windstillen, bewölkten Tag.

Die Feste feiern wie sie fallen

Im Jahreskreis haben wir neben vier großen Sabbaten, vier kleinen Sabbaten und den Esbaten (jeder Vollmond im Jahr) genug Festlichkeiten trotzdem feiere ich persönlich Weihnachten und Ostern. Meistens aber als Feste für eine familiäre Einkehr. Ich bin unreligiös aufgewachsen und meine Familie hatte wenig mit christlichen Traditionen am Hut. Weihnachtsmann und Osterhase, das sind meine heiligen Beweggründe an diesen Festen.

Da ich es nicht gewohnt bin religiöse Feste in Gruppen – wie zum Beispiel die Sonntagsmesse in der Kirche – zu bestreiten, verbringe ich meine Sabbate meistens alleine zu Hause. Die gesellschaftlichen Feste wie Weihnachten und Ostern bringen mich also mit meiner Familie zusammen, auch wenn sie nicht direkt zu meinem Glauben gehören.

Wer also von großen Hexenfesten hören will, ist bei mir leider an der falschen Adresse. In Wahrheit traue ich mich nämlich kaum mit anderen Hexen auszutauschen, weil ich einmal zu oft auf „falsches Interesse“ gestoßen und letztendlich damit aufgezogen wurde. Inzwischen bin ich erwachsen, doch die Wunden sind tief.

Trotzdem werde ich hier auch wieder die Jahreskreise für Solo-Hexen beschreiben und Anregungen für eigene Rituale geben. Und vielleicht lege ich dadurch ja auch etwas von der Angst ab, denn eigentlich würde ich mich gerne mit anderen Hexen mal austauschen.

Schlusswort

Dieser Text soll einen kleinen Einblick in meine Gedanken zu den Themen Religion, Hexen, Magie und auch ein wenig Selbstfindung und Zweifel vermitteln. Ob mir das gelungen ist? Ich weiß es nicht. Aber er ist ehrlich und auch ein bisschen wirr.

Ich mache inzwischen keinen hehl mehr daraus, dass ich mich als Hexe betrachte und beantworte eine Rückfrage auch meistens wahrheitsgemäß. Mir hat der Aspekt des Blogs gefehlt und ich möchte ihn wiederbeleben. Sicherlich ein wenig anders als vor dem Blogrelaunch, denn der gesamte Blog hat sich seitdem verändert.

Insbesondere versuche ich mich mit der Synergie der verschiedenen Themen zu beschäftigen und sogar mit der Frage: „Warum wählte ich eine Hexe zu sein, wenn ich ohnehin schon gemobbt wurde und Außenseiter war? Wieso noch angreifbarer machen?“

Aber eben auch mit den schönen Aspekten: Was bringen mir meine Götter? Welchen Wirkung hat meine magische Arbeit auf mein Verständnis meiner Adipositas und Depression? Ist eine Meditation für Achtsamkeit ähnlich derer, die ich vor Ritualen durchführe?

So viele Fragen haben sich in letzter Zeit ergeben und bei ihrer Beantwortung würde ich euch gerne mitnehmen. Trotzdem versuche ich das Thema einigermaßen von den anderen Themen zu trennen.

Mein Hexenweg wird sich mit allen Themen befassen, doch meine anderen Themen nicht mit dem Hexenweg. Es soll jedem Leser freigestellt werden, sich mit diesem Aspekt meiner Persönlichkeit zu befassen.

Vielen Dank fürs bis hierhin lesen!


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