Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Eine Brücke in Urbaner Umgebung unterführt von einem Kanal.

Ich stelle euch das Buch „Ziemlich gute Gründe, am leben zu bleiben“ von Matt Haig vor, welches ich gehört und mitgelesen habe. Es handelt sich hierbei um eine biografische Geschichte mit fachlicher Wissensvermittlung über das Thema Depressionen.

Das Buch „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ von Matt Haig aus dem dtv Verlag ist ein Werk mit einem Umfang von 304 Seiten und ein Hörbuch-Lesedauer von 4,5 Stunden. Gelesen wird es von Barnaby Metschurat.

Cover von Matt Haig Ziemlich gute Gründe, am leben zu bleiben.
(Bildquelle: dtv.de)

Kurze Worte zu Matt Haig

Matt Haig (* 3. Juli 1975 in Sheffield, South Yorkshire, England) ist ein britischer Bestseller-Romanautor und Journalist. Er ist sowohl für fiktionale als auch für Sachbücher bekannt und schreibt für jede Altersgruppe, besonders häufig im Genre der spekulativen Fiktion. Viele seiner Bücher kreisen um das Wesen des Menschen und der Familie. Haig ist verheiratet und hat zwei Kinder, die Familie lebt in Brighton. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt

Zunächst beginnt das Buch mit dem 24 Jahre jungen Matt Haig, der plötzlich und unerwartet krank wird. Seine Depression schlägt mit voller Wucht zu und bringt ihn buchstäblich an den Rand einer Klippe. Trotzdem bleibt er am Leben, weil er sich für das Leben und seine Liebe entscheidet.

Danach begleitet der Leser ihn Schritt für Schritt auf seinem Weg gesund zu werden. Während er immer wieder mit Fakten und wissenschaftlichen Tatsachen das Erlebte auch logisch begründet und in Kontext bringt, signalisiert Matt Haig dadurch die Möglichkeit die eigene Depression auf Abstand betrachten zu können.

Dies gefällt mir persönlich besonders gut, da es mir – als depressiven Menschen – häufig an eben jener Möglichkeit fehlt. Etwas das ich mit dem Achtsamkeitstraining inzwischen schon häufiger hinbekomme. Denn bereits das bemerken, dass einem gerade der Abstand zu sich selbst oder einer Situation fällt ist ein achtsamer Moment. So schließt Matt Haig – vielleicht – unbewusst einen Bogen zur Achtsamkeit.

Stil von Matt Haig

Er schreibt ist in einer persönlichen und einfach verständlichen Sprache. Ein deutlicher Pluspunkt, da es den Hörer/Leser nicht überfordert und so das Thema besser verinnerlicht werden kann. Weiterhin merkt man in den gewählten Worten, dass hier ein Depressiver zum anderen spricht. Hierdurch fühlt man sich emotional gut abgeholt und erkennt sich selbst in der einen oder anderen Situation wieder.

Gerade als Betroffener fühlt man sich von Matt Haig in seinem Buch gesehen und verstanden, auch durch diesen einfühlsamen Stil.

Tiefe im Thema Depression

Das Buch geht auf der sachlichen Ebene deutlich weniger in die Tiefe als auf dem emotionalen. Die Beschreibungen verschiedener Situationen, die er erlebt hat, lassen einen das Geschehen nachfühlen. Häufig findet man sich daher selbst darin wieder.

Der Autor schafft es auf eine bewundernswerte Weise einen Knoten in die eigene Brust zu schnüren, nur um ihn anschließend wieder aufzulösen. Nachfolgende Auflistungen sind für mich besonders:

  • Dinge, für die man mir mehr Mitgefühl entgegenbrachte als bei der Depression
  • Berühmte Menschen, die auch Depressionen haben
  • Anleitung zum Leben (40 Ratschläge, die ich hilfreich finde, aber nicht immer befolge)

Auch das „Konto der schlechten Tage“ war für mich ein schöner Gedanke. In meiner Depression habe ich häufig das Gefühl, dass die schlechten Tage niemals enden. Wenn es schlecht ist, bleibt es für immer so. Wenngleich ein kleiner Logikteil in mir vom Gegenteil überzeugt sein möchte.

Habe ich nun also einen schlechten Tag ist er eine Anlage auf diesem Konto. Also nur ein Tag von einigen. So erkenne ich: „Ich hatte schon schlechtere Tage!“. Und wenn sich der Tag doch als der schrecklichste in all deinen schlechten Tagen herausstellt, dann weißt du, dass er auf deinen Konto ist. Und wenn der nächste schlechte Tag kommt, kannst du dir seiner bewusst werden.

Fazit

Das Buch ist eine klare Empfehlung für Betroffene und Angehörige. Zunächst einmal bietet es einen schönen Rahmen, um zu verstehen, was Depressionen sein können. Des Weiteren bietet es für beide Gruppen auch Hilfsmittel zum Umgang mit einer Depression. Ferner zeigt es auch verschiedene Verhaltensmuster – wie Panikattacken und Angstzustände – und bringt einen dann sanft wieder auf den Boden zurück. Außerdem ist gerade im Hörbuch die Vertonung durch Barnaby Metschurat Gold wert.


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